1

Freitag, 6. Dezember 2019, 11:46

V Form am Rumpf oder Wurzelrippe der Fläche ?

Hallo zusammen , :)
ich spiele grade mit dem Gedanken mir ein voll GFK Elektrosegler zubauen . Formenbaukenntnisse habe ich , aber was Modellbau betrifft kenne ich mich nicht aus . Der Rumpf soll eine Tragflächenanformung bekommen . der Verbinder wird wahrscheinlich ein Vierkantverbinder aus CFK Rovings und Balsa werden .muss aber erst noch viel überlegen .
ich habe eine grundsätzliche Frage , gilt eventuell auch für andere Modelle . es geht um die V Form der Flächen . wenn ich z.b pro Seite eine V Form von 1 bis 1.5 grad haben möchte , wie gehe ich da genau vor ? wird die V Form an der Tragflächenanformung am Rumpf Modelliert oder an der Wurzelrippe der Fläche ? wenn ich jetzt sagen wir mal die V Form am Rumpf modelliere , muss die Aufnahmetasche für den Verbinder in der Fläche auch mit eine V Form eingebaut werden ? und wie ist das mit dem Verbinder . muss der Verbinder auch eine V Form haben?
Wenn jemand die Zeit und Lust hat mir eine Anleitung zuschreiben , sehr gerne auch mit Bild oder eine Zeichnung , wurde ich mich sehr darüber freuen. denn so ein Urmodell zu erstellen ist sehr zeitaufwändig und ich möchte es nicht gleich wegen der V Form unbrauchbar bauen .
Bedanke mich im Vor raus ganz Herzlich bei euch :)
LG


Behsad

Ps: Bild im Anhang zeigt ungefähr wie das Modell später aussehen soll
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  • AR-Segler.jpg

ChForrer

RCLine User

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Beruf: dipl. Techniker HF

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2

Freitag, 6. Dezember 2019, 12:14

Hallo Beshad
Bei meiner aktuellen Seglerkonstruktion habe ich mir genau die gleiche Frage gestellt :-)
Die Antwort viel mir insofern leicht, weil ich fest verbaute Steckverbindungen von Fläche zu Rumpf einbaue. Somit ist die Fläche am Rumpf, senkrecht zum Steckungsrohr und dadurch der Flügelabschluss an der Tragfläche schräg, der V-Form entsprechend. Das macht in meinen Augen den Einbau elektrischer Stecker etwas einfacher...

https://www.ch-forrer.ch/Modellflug/Tipps/Bau16_Elfe-S4A/

Gruss
Christian
Konstruieren > bauen > fliegen, das ist eines meiner Hobbys

Meine Homepage: RC-Modellflug, VFR und Archäologie

3

Freitag, 6. Dezember 2019, 12:54

V-Form-Verbinder:
Hier kommt es auf den Winkel und das Flächenprofil an. Es gibt gerade Verbinder, die an der Wurzelrippe an der Oberseite eintauchen und dann bis zum Ende auf die Profilunterseite verlaufen (siehe Anhang).
Wenn das Profil nicht dick genug ist, muss der Verbinder abgewinkelt sein. Wenn er ohne viel Spiel passen soll, lässt er sich aber nicht mehr herausnehmen und sollte mit dem Rumpf fest verbunden werden (stört beim Transport etwas).

Flächenübergang:
Hier gibts die perfekte Konstruktion, bei der die Anformung sauber in den Urmodellen gemacht ist (wobei da auch auf die Entformbarkeit geachtet werden muss). Das lohnt sich bei Serienfertigung. Winkel wäre dann senkrecht zum Verbinder, sowohl an der Fläche als auch am Rumpf, damit die Steckerpins bein Aufstecken eingefügt werden können. Wobei da eine "schwimmende" Befestigung einer Steckerseite eh sinnvoller ist, weil ganz parallel und ohne Toleranz und das ganze auch noch dynamisch wird eh schwierig.

Oder die pragmatische Vorgehensweise: Flächen und Verbinder nochmals mit Trennmittel beschichten und die finale Rumpfanformung nach Aufstecken der Flächen mit Mumpe ausarbeiten (für Einzelstücke oder am Urmodell), wenn auch der Anstellwinkel sauber eingemessen und die Flächen ausgerichtet sind. Da bleibt dann kein Spalt übrig, ist aber ein zusätzlicher Arbeitsgang.
»e-beaver« hat folgendes Bild angehängt:
  • gerader_verbinder.png

4

Freitag, 6. Dezember 2019, 13:20

Hallo Beshad
Bei meiner aktuellen Seglerkonstruktion habe ich mir genau die gleiche Frage gestellt :-)
Die Antwort viel mir insofern leicht, weil ich fest verbaute Steckverbindungen von Fläche zu Rumpf einbaue. Somit ist die Fläche am Rumpf, senkrecht zum Steckungsrohr und dadurch der Flügelabschluss an der Tragfläche schräg, der V-Form entsprechend. Das macht in meinen Augen den Einbau elektrischer Stecker etwas einfacher...

https://www.ch-forrer.ch/Modellflug/Tipps/Bau16_Elfe-S4A/

Gruss
Christian


Hallo Christian , vielen Dank fuer deine schnelle Antwort . also wenn ich dich richtig verstanden habe ist bei dir die V-Form an der Wurzelrippe der Tragflaeche . also die Wurzelrippe ist leicht schraeg der V-Form entsprechend und die Flaechenanformung am Rumpf ist grade . aber was meinst du mit fest Verbaute Steckverbindung ? ist der Verbinder in der Tragflaeche fest geklebt ? und hat dein Verbinder eine V-Form ?
Gruss
Behsad

5

Freitag, 6. Dezember 2019, 13:39

V-Form-Verbinder:
Hier kommt es auf den Winkel und das Flächenprofil an. Es gibt gerade Verbinder, die an der Wurzelrippe an der Oberseite eintauchen und dann bis zum Ende auf die Profilunterseite verlaufen (siehe Anhang).
Wenn das Profil nicht dick genug ist, muss der Verbinder abgewinkelt sein. Wenn er ohne viel Spiel passen soll, lässt er sich aber nicht mehr herausnehmen und sollte mit dem Rumpf fest verbunden werden (stört beim Transport etwas).

Flächenübergang:
Hier gibts die perfekte Konstruktion, bei der die Anformung sauber in den Urmodellen gemacht ist (wobei da auch auf die Entformbarkeit geachtet werden muss). Das lohnt sich bei Serienfertigung. Winkel wäre dann senkrecht zum Verbinder, sowohl an der Fläche als auch am Rumpf, damit die Steckerpins bein Aufstecken eingefügt werden können. Wobei da eine "schwimmende" Befestigung einer Steckerseite eh sinnvoller ist, weil ganz parallel und ohne Toleranz und das ganze auch noch dynamisch wird eh schwierig.

Oder die pragmatische Vorgehensweise: Flächen und Verbinder nochmals mit Trennmittel beschichten und die finale Rumpfanformung nach Aufstecken der Flächen mit Mumpe ausarbeiten (für Einzelstücke oder am Urmodell), wenn auch der Anstellwinkel sauber eingemessen und die Flächen ausgerichtet sind. Da bleibt dann kein Spalt übrig, ist aber ein zusätzlicher Arbeitsgang.


Hallo e-beaver
Herzlichen Dank fuer deine ausfuehrliche Beschreibung ,
mir wurde die pragmatische Loesung am besten gefallen da ich es am ja am Urmodell nur einmal machen muss . das mit Mumpe ausarbeiten ist auch klar . nur ist mir die genaue Vorgehensweise noch nicht ganz klar . also der Verbinder (schwimmend) wird im Rumpf eingesteckt . die Aufnahmetaschen vom Verbinder in der Tragflaeche sind auch schon festgeklebt ( mit V-Form oder Ohne?) Torsionstifte !? weiss nicht ob diese in diesem Stadium in der Wurzelrippe der Flaeche gesteckt sind oder nicht! dann werden beide Flaechen ( Rumpfanformung ,Wurzelrippe) mit Trennwachs behandelt . Mumpe auftragen und beide Flaechen werden mit der richtigen V-Form zusammen gedruckt . kannst du eventuell nochmal naeher darauf eingehen . waere Super .vielen Dank
Gruss
Behsad

6

Freitag, 6. Dezember 2019, 15:07

Bisher hab ich keine Urmodelle erstellt, lediglich Flächen an gekaufte GFK-Rümpfe angepasst. Kommt jetzt also drauf an, wieviele Modelle Du aus den Formen erstellen willst und ob der aufwendige Weg dann der richtige ist.
Wenn Du den Verbinder schwimmend lagern willst, muss der ja im Urmodell auch schwimmend eingeschoben werden können.
Den Rechteckkasten zur Lagerung kann man ja auch in der Form ausarbeiten, von daher muss der am Urmodell auch passend sein. Verdrehsicherungslöcher oder Rohre für Rundstahlsteckungen sind nicht so einfach modellierbar, aber wenn ein entsprechender Abdruck im abgeformten Rumpf als Bohrhilfe genommen werden kann, tut man sich bei der Fertigstellung später auch leichter.

Zurück zum Mumpen. Flächen sind soweit fertig, dass die Flächenverbinderaufnahme korrekt verbaut ist und die Verdrehsicherung vorhanden ist. Im Rumpf-Urmodell sind auch die passenden Bohrungen/Durchbrüche vorhanden, so dass die Flächen sauber aufgesteckt werden können und rechtwinklig (oder gleichmäßig gepfeilt) und zum Höhen/Seitenruder hin stimmen. Dann bleibt noch ein Spalt zwischen den Flächen und dem Rumpf übrig. Vermutlich unten breiter als oben, aber durch die Profilwölbung kann das nach vorn und hinten auch aufklaffen. Dieser Spalt wird dann am Rumpf ausgeglichen, also muss die Rumpfoberfläche frei von Trennmittel bleiben, denn die Harzmumpe soll ja darauf halten.

Alles was nicht verklebt und mit Harz versaut werden soll großzügig abkleben oder mit Trennmittel behandeln (also Flächen, Verbinder, Verbinder- und Verdrehsicherungsdurchbruch im Rumpf, ...).

Mumpe ist Harz angedickt mit Füllstoff (Glasballons, Baumwollflocken, Thixotropiermittel...), so dick, dass es nicht abläuft, aber noch formen lässt.
Du kannst Mumpe auf den Rumpf auftragen und dann die Flächen zusammenschieben. Oder die Schmalseite mit Klebeband abdichten, damit es (auch beim Aushärten) nicht wegtropfen kann, und dann von der gegenüberliegenden Seite Mumpe füllen und ggf. noch leicht nachformen, wenn das Harz anzieht.


Nach dem Aushärten natürlich sauber verschleifen / spachteln / schleifen, bis die Form und Oberfläche zufriedenstellend passt.
»e-beaver« hat folgendes Bild angehängt:
  • mumpen.png

7

Freitag, 6. Dezember 2019, 16:24


Bisher hab ich keine Urmodelle erstellt, lediglich Flächen an gekaufte GFK-Rümpfe angepasst. Kommt jetzt also drauf an, wieviele Modelle Du aus den Formen erstellen willst und ob der aufwendige Weg dann der richtige ist.
Wenn Du den Verbinder schwimmend lagern willst, muss der ja im Urmodell auch schwimmend eingeschoben werden können.
Den Rechteckkasten zur Lagerung kann man ja auch in der Form ausarbeiten, von daher muss der am Urmodell auch passend sein. Verdrehsicherungslöcher oder Rohre für Rundstahlsteckungen sind nicht so einfach modellierbar, aber wenn ein entsprechender Abdruck im abgeformten Rumpf als Bohrhilfe genommen werden kann, tut man sich bei der Fertigstellung später auch leichter.

Zurück zum Mumpen. Flächen sind soweit fertig, dass die Flächenverbinderaufnahme korrekt verbaut ist und die Verdrehsicherung vorhanden ist. Im Rumpf-Urmodell sind auch die passenden Bohrungen/Durchbrüche vorhanden, so dass die Flächen sauber aufgesteckt werden können und rechtwinklig (oder gleichmäßig gepfeilt) und zum Höhen/Seitenruder hin stimmen. Dann bleibt noch ein Spalt zwischen den Flächen und dem Rumpf übrig. Vermutlich unten breiter als oben, aber durch die Profilwölbung kann das nach vorn und hinten auch aufklaffen. Dieser Spalt wird dann am Rumpf ausgeglichen, also muss die Rumpfoberfläche frei von Trennmittel bleiben, denn die Harzmumpe soll ja darauf halten.

Alles was nicht verklebt und mit Harz versaut werden soll großzügig abkleben oder mit Trennmittel behandeln (also Flächen, Verbinder, Verbinder- und Verdrehsicherungsdurchbruch im Rumpf, ...).

Mumpe ist Harz angedickt mit Füllstoff (Glasballons, Baumwollflocken, Thixotropiermittel...), so dick, dass es nicht abläuft, aber noch formen lässt.
Du kannst Mumpe auf den Rumpf auftragen und dann die Flächen zusammenschieben. Oder die Schmalseite mit Klebeband abdichten, damit es (auch beim Aushärten) nicht wegtropfen kann, und dann von der gegenüberliegenden Seite Mumpe füllen und ggf. noch leicht nachformen, wenn das Harz anzieht.


Nach dem Aushärten natürlich sauber verschleifen / spachteln / schleifen, bis die Form und Oberfläche zufriedenstellend passt.


Hallo , vielen vielen Dank fuer deine Muehe mit der Zeichnung und deine Beschreibung . ich weiss dass ich mich jetzt sehr dumm anstelle . aber da ich sowas vorher nicht aus der Naehe gesehen habe ist es fuer mich etwas schwierig mir es durch Beschreibung vorstellen zukoennen . liegt sicher nicht an deine Beschreibung sondern an meine mangelnde Erfahrung .
was ich nicht verstehe ist dass wenn die Verbindertasche fuer den Verbinder in der Flaeche festsitzt und der Verbinder ja Spielfrei in der Verbindertasche steckt und eventuell noch die Torsionstifte festgesteckt sind , da bewegt sich ja die Flaeche kein Millimeter nach oben oder unten ! sondern kann nur nach vor oder zurueck aufgeschoben werden . wenn ich aber bei einem Segler eine Positive V-Form haben will muss ich die Flaeche ja nach oben bewegen koennen um die V-Form einzustellen .!? wenn die Verbindertasche aber nicht festgeklebt in der Flaeche sitzt und platz hat , dann kann ich mir das so vorstellen , aber dann waeren wahrscheinlich wieder die Torsionstifte ein Hinderniss .
»behsad« hat folgendes Bild angehängt:
  • mumpen.png

8

Freitag, 6. Dezember 2019, 18:37

Bild nicht falsch verstehen, zum Mumpen hab ich das Flugzeug auf den Rücken gedreht. Weil durch den dünnen Spalt bekommst Du keine Mumpe.

Und ja, bei einem ordentlich ausgeführten Verbinder und Torsionsstift kannst Du die Fläche nur noch entlang vom Verbinder aufstecken/abziehen. So soll es ja auch beim Flug sein (und entweder am Verbinder festgeschraubt oder durch Gummiring/Feder/Schnappverschluss gegen Abrutschen gesichert).

Der Winkel zum Rumpf ist durch die Taschen fix. Mit anderen Taschen in den Flächen oder geknicktem Verbinder (also weniger oder mehr V-Form) musst Du die Anpassung am Rumpf wieder neu machen.
Bei Schalenflächen dürfte es eh einfacher sein, die Taschen parallel zur Ober- oder Unterseite einzuharzen, als in alle Raumrichtungen auszurichten.

9

Samstag, 7. Dezember 2019, 10:19

Bild nicht falsch verstehen, zum Mumpen hab ich das Flugzeug auf den Rücken gedreht. Weil durch den dünnen Spalt bekommst Du keine Mumpe.

Und ja, bei einem ordentlich ausgeführten Verbinder und Torsionsstift kannst Du die Fläche nur noch entlang vom Verbinder aufstecken/abziehen. So soll es ja auch beim Flug sein (und entweder am Verbinder festgeschraubt oder durch Gummiring/Feder/Schnappverschluss gegen Abrutschen gesichert).

Der Winkel zum Rumpf ist durch die Taschen fix. Mit anderen Taschen in den Flächen oder geknicktem Verbinder (also weniger oder mehr V-Form) musst Du die Anpassung am Rumpf wieder neu machen.
Bei Schalenflächen dürfte es eh einfacher sein, die Taschen parallel zur Ober- oder Unterseite einzuharzen, als in alle Raumrichtungen auszurichten.


Herzlichen Dank ,
als ich das Bild umgedreht habe , ist es fuer mich wieder ein Stueck klarer geworden :). wie du schon geschrieben hast , bei eine Schalenflaeche sollte man lieber die Steckung parallel zu Ober oder Unterschale bauen .Dann brauche ich aber unbedingt ein Verbinder mit entsprechender V-Form denke ich .

wenn Jemand noch ein Bild von sein Schalentier mit entsprechender Steckung hat und es zeigen moechte , wurde ich mich sehr darueber freuen .

Gruss
Behsad
Ps : @Bild : so ungefaehr stelle ich mir das vor .
»behsad« hat folgendes Bild angehängt:
  • Steckung.jpg

ChForrer

RCLine User

Wohnort: CH-

Beruf: dipl. Techniker HF

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10

Samstag, 7. Dezember 2019, 15:11

Hallo Behsad

Du hast ja schon einige Antworten erhalten. Nun zu meiner kann ich jetzt noch zwei Bilder nachreichen, wie ich es gemeint habe. Mit "fest verbaute Steckverbindung" meinte ich die elektrischen Stecker, die ich in diesem Fall mit eingebauten 6-poligen MPX Steckern realisieren werde.


Gruss
Christan
»ChForrer« hat folgende Bilder angehängt:
  • ScreenShot005.jpg
  • ScreenShot006.jpg
Konstruieren > bauen > fliegen, das ist eines meiner Hobbys

Meine Homepage: RC-Modellflug, VFR und Archäologie

11

Sonntag, 8. Dezember 2019, 10:30

Hallo Behsad

Du hast ja schon einige Antworten erhalten. Nun zu meiner kann ich jetzt noch zwei Bilder nachreichen, wie ich es gemeint habe. Mit "fest verbaute Steckverbindung" meinte ich die elektrischen Stecker, die ich in diesem Fall mit eingebauten 6-poligen MPX Steckern realisieren werde.


Gruss
Christan


Hallo Christian , vielen Dank fuer deine Nachricht und Bilder :)
Gruss
Behsad

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